Wiesn-Kutschen ohne Pferde? Ja, sonst no was.

wo schlafen wiesn

Verehrte Leserinnen, verehrte Leser,
heute in der Früh ist mir bei meiner alltäglichen Lektüre der Abendzeitung fast die Breze im Hals stecken geblieben: Da will also eien junge Dame mit einer Petition Pferde aus Gründen des Tierschutzes beim Wiesn-Umzug verbieten. Lesen Sie den Artikel hier: http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.petition-an-landtag-uebergeben-ueber-37000-unterschriften-gegen-wiesn-pferdefuhrwerke.c98f785f-f65c-47c0-85d5-191dadfb03cf.html

Jetzt muss ich mal blöd fragen: Wer zieht denn die Bierfässer dann? Oder die Großkopferten? Oder den Oberbürgermeister? Wenn das die Pferde nicht machen, bin ich mir sicher, werden das auch weder Schlittenhunde, Ochsen oder Zughühner machen (wobei man den Letztgenannten wenigstens nicht die Nüstern zudrücken kann). Es freut mich außerordentlich, dass der OB Reiter die Unterschriftenannahme offiziell verweigert hat. 37.000 Unterschriften wurden laut AZ-Artikel gesammelt. Mein Tipp zur Beruhigung der Lage: Jene 37.000 Leute sollten der Wiesn das nächste Jahr fernbleiben und auch den Wiesn-Umzug meiden. Auf dem Münchner Oktoberfest passieren noch wesentlich wildere Sachen als dass „Pferde bei jeder Wetterlage stundenlang ausharren müssen“. Auch an anderen Orten müssen die gleichen Pferde stundenlang ausharren, auch wenn sie nicht aktiv am Umzug teilnehmen müssen. Für die Initiatorin und die Unterschreiber bietet sich aber glücklicherweise eine neue Option an: In Limburg wurde gerade das Lied „Fuchs, du hast die Gans gestohlen“ aus dem Repertoire des Glockenspiels gestrichen, weil sich eine Dame über die Textzeile „Sonst wird dich der Jäger holen mit dem Schießgewehr“ mokierte. Liebe Initiatorin, das wäre ein Ort, an dem Sie zukünftig Spaß haben könnten und unter Gleichgesinnten Ihre Feierwut bändigen. Mich lassen’s bitte in Ruhe.

Herzlichst
Ihr Beppo Brenzinger