Sicherheit auf der Wiesn – Wer zahlt’s?

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Die Wiesn ist das größte Volksfest der Welt, eigentlich der Inbegriff eines Volksfests überhaupt und hat wurde als solches weltweit zu einem Aushängeschild bayerischer Tradition. In Zeiten, in denen die Terrorgefahr immer deutlicher in den öffentlichen Fokus tritt, ist selbstredend auch das Oktoberfest als Institution ein potentielles Ziel terroristischer Angriffe. Bereits das Jahr 2016 stellte in Sachen Sicherheit eine Zäsur dar: Lange wurde über einen Zaun diskutiert, dann wurde dieser eigentlich aus praktischen Gründen ad acta gelegt, bis der OEZ-Amoklauf mit neun Todesopfern die Gemüter der Stadtoberen soweit aufrüttelte, dass eben doch der Zaun installiert wurde (unter höchstem Zeitdruck). Freiheit und Sicherheit stehen immer in einem Spannungsverhältnis zueinander, und bevor ich mich in die Reihe der Phrasendrescher einreihe, sage ich lieber nichts Schlaues dahingehend. Die Verantwortlichen der Stadt sind in ihren dahingehenden Entscheidungen gerade nicht zu beneiden. Denn, passiert nichts auf der Wiesn, dann haben sie es mal wieder übertrieben und die Besucher abgeschreckt und so den Umsatz der Wirte, Hoteliers, Schausteller usw. „für umsonst“ geschmälert. Soltte jedoch etwas passieren, dann sind die Stadtoberen sowieso die Schuldigen, auch wenn – wie der Bürgermeister Schmid immer wieder betont – eine allumfassende Sicherheit niemals gewährleistet werden kann.

In der aktuellen Debatte geht es aber um etwas ganz Praktisches: Wer bezahlt den Sicherheitsmehraufwand, der dieses Jahr (und sicherlich auch die nächsten Jahre) zu leisten sein wird. Klar ist, auf die Stadt (und den Freistaat Bayern) kommen Mehrausgaben zu, die es nun umzuverteilen gilt. Klar ist auch, dass keiner den Finger hebt und freiwillig mehr bezahlen will. Laut einem aktuellen Bericht der TZ soll über drei Kanäle zusätzlich Geld in die Stadtkassen fließen: Die Oide Wiesn soll einen Euro mehr Eintritt kosten (hier könnte eine halbe Mio. Euro zusätzlich eingenommen werden), für jede Tisch-Reservierung soll ebenfalls ein Aufschlag von einem Euro fällig werden und die Standbetreiber sollen mit einer bis zu 20 Prozent erhöhten Standgebühr belastet werden.

Natürlich trägt die Kosten letzten Endes der Konsument, indem er einfach mehr für die Angebote bezahlen muss. So weit, so gut. Die Verteilungsgerechtigkeit stellt sich halt – wie immer, wenn es um Verteilung und Gerechtigkeit geht – als problematisch dar. Der Winklhofer Toni, ein Festwirt der Oiden Wiesn findet es ungerecht, dass alle Besucher der Oiden Wiesn pauschal zur Kasse gebeten werden, während bei den Gästen der Wiesn lediglich die Reservierungsgäste zur Kasse gebeten würden.

Der Vorschlag vom Brenzinger Beppo wäre hier denkbar einfach: Einen Euro mehr für jede Maß und dafür wird jener Mehraufwand auch 1 zu 1 in den Sicherheitsmehraufwand investiert. Bei 7,5 Mio. Litern Bier im letzten Jahr, eine denkbar einfache Rechenaufgabe. Und ganz nebenbei: Diejenigen, die am meisten getrunken haben, haben sich dann auch am stärksten um die Sicherheit der Allgemeinheit verdient gemacht. Ein ziemlich bayerischer Vorschlag meines Erachtens.

Auf eine sichere Wiesn!
Ihr Beppo Brenzinger