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Zur Oktoberfest-Geschichte

Die Anfänge des Münchner Oktoberfests im Jahr 1810


Das Münchner Oktoberfest ist aus dem alljährlichen Münchner Kalender einfach nicht wegzudenken. Als feste Institution gehört es zu München wie der Viktualienmarkt oder die Frauenkirche. Hört man die Geräuschpegel rund um das Festgelände oder wirft einen Blick auf die Horden (vor allem der zurückkehrenden) Besucher am Hauptbahnhof, an der Hackerbrücke oder am Goetheplatz in München, dann kommt einem zumindest nicht als erstes in den Sinn, dass genau an diesem Ort und zu diesem Anlass der Freistaat Bayern als staatspolitische Instanz geboren wurde bzw. ein Großteil des bayerischen Nationalstolzes in naher Verwandtschaft zum Oktoberfest betrachtet werden kann.


Einige Münchner stehen dem Oktoberfest kritisch gegenüber oder versuchen sogar aus ihrer Lieblingsstadt zu fliehen, wenn alljährlich zur Septembermitte hin wieder Touristenströme im Mekka-Format erwartet werden, wenn die Lokalradios mit nützlichen, aber vor allen Dingen unnützen Informationen ihre Hörerschaft unterhalten, wenn die Taxifahrer langsam unruhig werden und die C-Prominenz auf Pre-Wiesn-Coutures irgendwelche hochobligatorischen Trachtentrends für die kommende Saison präsentieren. Anwohner der Stadtteile Westend und Isarvorstadt schlagen drei Kreuze, wenn sich nach zwei Wochen der Spuk in Wohlgefallen aufgelöst hat. Wer ein solches Anwohnerverhalten für überzogen hält, dem sei ein 30-minütiger Aufenthalt in der Kazmairstraße an einem Wiesn-Samstag empfohlen, nüchtern selbstredend. Dass die Wiege der – wenn man so will – „normierten“ bayerischen Kultur und des bayerischen Staatsverständnisses gerade hier ihren Anfang hat, wirkt bei einem Blick auf die Kehrseiten des Oktoberfests mehr als fraglich, ist jedoch m.E. aus dem historischen Kontext schwerlich zu leugnen.

Vom einmaligen Pferderennen zur dauerhaften Institution: das Münchner Oktoberfest

Bayern war zu Beginn des 19. Jahrhunderts ein katholischer Hort inmitten eines von Revolutionen und Umwälzungen geprägten Europas. Eigentlich gilt dies auch für das 21. Jahrhundert. Gerade als an der Schwelle zum 19. Jahrhundert der in der Bevölkerung unbeliebte Kurfürst Karl Theodor im Jahr 1799 starb, sah die Bevölkerung Münchens und Bayerns in seinem Nachfolger Max Joseph einen Lichtblick, der die nationalen Interessen der Bayern vertreten sollte und insbesondere die verhassten Österreicher in ihre Schranken weisen sollte . Versetzt in die damalige Situation: Die Österreicher waren dank der Habsburger-Monarchie eine kontinentale Großmacht und die Bayern waren das rückständige, nationalistisch unausgegorene Bauernvolk. Als Max Joseph jedoch anfänglich nicht daran dachte, das Bündnis mit den Österreichern aufzukündigen, um mit den Franzosen zu kooperieren. Wie damals so üblich, wurden jedoch Bündnisse über Nacht aufgekündigt, und Max Joseph wechselte im Jahr 1805 die Vereinsfarben. Genauso wie heute einem Fußballer der Wechselwunsch mit einer moderaten Gratifikation versüßt wird, konnte Max Joseph – Napoleon sei Dank – vom Kurfürsten zum König aufsteigen (und zeitgleich die Franken und Schwaben nach Bayern integrieren). Also echte Champions League in Bayern seit 1806 dank Unterstützung eines kleinen, quicklebendigen Franzosen.

Nun war es zu Beginn des 19. Jahrhunderts so, dass verschiedene Ideen in Europa die Runde machten. In Nordamerika war gerade eine Verfassung ins Leben gerufen worden und die Revolution in Frankreich im Jahr 1789 griff mit ihren Gedanken auf dem Kontinent um sich. Säkularisation, Abkehr von der Ständegesellschaft, die Konstitution eines starken Bürgertums waren nur einige der Folgen. Insbesondere Nationalismen haben genau zu jener Zeit Hochkonjunktur in Europa. Bayern, das Gefahr läuft, sich zwischen den ganzen Nationalismen rundherum zu verlieren, strebt in dieser Epoche mehr denn je nach Autarkie. Dem neuen König Max I. Joseph (immer noch der gleiche wie Max Joseph) war es besonders wichtig, seine noch junge Herrschaft zu legitimieren. Während man die Jahrhunderte zuvor sich über Lehensvergabe oder feudale Strukturen herrschaftsseitig absichern konnte, war dies zu Zeiten Napoleons, der seine Macht dem Volk und revolutionärem Gedankengut verdankte, kein gangbarer Weg mehr. Alternativ war es jedoch möglich, über die Platzierung nationalistischer Ideen (bspw. Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit) seine Herrschaftsansprüche geltend zu machen. Einziges Malheur hierbei: Max I. Joseph war kein Bayer (sondern Pfälzer). Sind die Bayern untereinander schon sozial inkompatibler als andere Volksgruppen, so ist es und war es natürlich doppelt schwer, für einen Zuagroasten, sich nachhaltig Respekt und Zuneigung zu verschaffen.

Das erste Oktoberfest, das (1.) nicht unter dem Namen Oktoberfest firmierte, das sich (2.) über keinerlei Bierzelte oder Fahrgeschäfte definierte und das (3.) ein kurzweiliges Pferderennen war, fand im Jahr 1810 aus einem Grund statt: die Hochzeit des bayerischen Kronprinzen Ludwig (1786–1868) mit der sächsischen Prinzessin Therese (1792–1854). Wie üblich bei königlichen Hochzeiten war dieser Event nicht allein auf wenige Tage reduziert, sondern löste eine richtiggehende Lawine von Festen aus. Eines unter vielen war auch das Pferderennen, das heute als historische Keimzelle des Oktoberfests gilt. Das Novum bei der Prinzenhochzeit war folgendes: Auch Bürgerliche trugen ihren Teil zur Ausrichtung der Festivitäten bei. Es war die Monarchie selbst, die sich unter einem gewissen Legitimationszwang gegenüber dem Volk befand. Da auch die Krönungsfeier Max I. Josephs nichtöffentlich stattfand, war die Hochzeit des Prinzenpaars eine erste Möglichkeit für die noch junge Monarchie, die bayerische Öffentlichkeit mal aus der Nähe beschnuppern zu können. Da traf es sich hervorragend, dass am 2. Oktober 2010 (also zwei Wochen vor dem angedachten Event) ein Brief des Majors Andreas von Dall’Armi (1765–1842) mit der Idee eines Pferderennens zu Ehren des königlichen Brautpaares beim König eintraf, der nicht nur das Pferderennen als Event vorschlug, sondern gleich noch den Ort („die Dorfschaft Sendling“) vorschlug. Und auch wenn das Prinzenpaar bereits am 12. Oktober 1810 geheiratet hatte, wurde das Rennen auf den 17. Oktober 1810 gelegt. Die eigentlichen Lorbeeren des Gründungsvaters müssten allerdings nicht Dall’Armi, sondern dem ihm untergeordneten Kavalleristen Franz Baumgartner, nach dem die Baumgartnerstraße in München-Untersendling benannt ist, gebühren. Baumgartner trat mit seiner Idee der Wideraufnahme eines mittelalterlichen Pferderennens an seinen Vorgesetzten heran, der diese Idee wiederum an den König weiterspielte. Ganz uneigennützig war die Initiative Franz Baumgartners jedoch nicht, denn er war zugleich der erste Sieger des dann ausgetragenen initialen Pferderennens . Dass aus dem eigentlich einmaligem Pferderennen eine 100 Jahre währende Tradition erstehen sollte, war einem weiteren Zufall geschuldet: Ab 1811 wurde ein Landwirtschaftsfest im jährlichen Turnus durchgeführt: Neben Tierprämierungen und Produktvorstellungen fand ein Nutztiermarkt statt. Höhepunkt des Landwirtschaftsfests war die Prämierung der Nutztiere durch den bayerischen König. In der Symbiose zwischen Legitimationsdruck der Monarchie gegenüber dem Volk, dem Landwirtschaftsfest als Institution und einem Pferderennen auf der späteren Theresienwiese liegt der Ursprung des Oktoberfests begründet. Das Pferderennen selbst fand in jährlichem Turnus lediglich noch bis zum Jahr 1910 statt und der Name „Oktoberfest“ sollte sich erst wesentlich später herausschälen. Als die Veranstaltung annualisiert wurde, sprach man anfänglich entweder von der Maximilianswoche oder vom Landwirtschaftsfest.